Versuchter Hochverrat

Letzte Aktualisierung am 21. Juni 2014.

Beeing oblivious

Der aufmerksame Leser wird bereits festgestellt haben, dass der Baurahmen im rechten Volk noch nicht getauscht wurde. 16 Tage war er jetzt im Volk. Am 28.4. hätte ich ihn gleich mitwechseln können, aber das hatte ich schlicht vergessen.

So war das Wechseln des Baurahmens nun gestern endlich fällig und dieser Eingriff avancierte gleich zum Abenteuer.

Zunächst habe ich den Honigraum abgenommen und auf eine mitgebrachte Leerzarge abgestellt (mir gefällt diese Lösung besser, als den Honigraum irgendwo auf seine Kante zu stellen). Das Absperrgitter stellte ich daneben. Dann habe ich den Baurahmen gesucht, welcher sich auf der linken Seite an zweiter Stelle hätte befinden müssen (siehe Eintrag Neuanfang). Offenbar hatte ich beim Aufsetzen des Honigraums diesen aber gedreht, so dass ich statt des Baurahmens eine Honigwabe zog. Also Honigwabe wieder reingehängt und dann umsichtig alle anderen Waben nach rechts aufgerückt bis ich zum Baurahmen vorgedrungen bin. Dieser war wunderschön ausgebaut, voll bebrütet und verdeckelt. Allerdings saß er auch voller Bienen und diese musste ich nun irgendwie loswerden.
Zunächst versuchte ich es durch „Abstoßen“, wofür ich allerdings nicht genug Wucht zu entwickeln scheine. Daraufhin kam ein Handfeger zum Einsatz, mit dem ich die Bienen vor ihren Eingang kehrte. Das ist immer wieder ein adrenalinsteigerndes Ereignis, da die Bienen dabei aufbrausen (ich nenne es „sich beschweren“) und zum Teil wild herumschwirren.
Danach legte ich den bienenleeren Baurahmen ein gutes Stück entfernt auf die Wiese, setzte einen neuen Baurahmen ein und den Honigraum wieder auf und führte noch eine Kippkontrolle der oberen Brutraumzarge durch. Nachdem ich den Deckel wieder aufgesetzt hatte und im Begriff war zu gehen, dachte ich mir, ich könnte ja nochmal einen Blick auf die abgekehrten Bienen vorm Stock werfen, ob sie denn alle schon wieder in den Stock gefunden hätten.
Beide Völker stehen auf einer Euro-Palette. Ein Teil der abgekehrten Bienen hing in einer kleinen Traube an einer Leiste der Palette. Traube? Ich brauchte einen Moment, bis in mir ein Verdacht aufkam: Eine Traube bildet sich gerne um die Königin. Hatte ich nach der Königin gesucht, bevor ich den Baurahmen abgekehrt hatte? Nein! Ich verfluchte mich auf der Stelle, zog meine Handschuhe an und begann, ganz vorsichtig die Traube auf die eventuell vorhandene Königin zu durchsuchen. Es dauerte nicht lang, bis ich eine größere, länglichere Biene ausfindig machte, die unzweifelhaft die Königin war. Zum Glück sah sie völlig unversehrt aus. Ich hob ein Stöckchen vom Boden auf, ließ die Königin darauf laufen, was einiges an Geschick erforderte, und setzte sie mit dem Stöckchen direkt in ihr Flugloch. Zutiefst erleichtert sah ich ihr zu, wie sie im Stock verschwand.

Was hätte ich mich schwarz geärgert, wenn die Königin durch meine Vergesslichkeit abhanden gekommen oder zerdrückt worden wäre! Als wenn nicht an jedem praktischen Imkerkurstermin gesagt worden wäre „Waben entnehmen, nach Königin absuchen und erst dann die Bienen entfernen“. Seufz.

Zur Übersicht noch einmal ganz kurz die einzelnen Punkte und Feststellungen:

  • Baurahmen entnommen (ziemlich vollständig verdeckelt) und neuen eingesetzt
  • Kippkontrolle gemacht (1 Spielnäpfchen gefunden)
  • Honigraum von oben angeschaut: mindestens zwei Mittelwände sind noch nicht ausgebaut -> ein zweiter Honigraum ist in diesem Volk noch nicht nötig.

Nächster Eintrag

Vorheriger Eintrag

Ähnliche Einträge

Kommentare

Kommentare deaktiviert.

Pingbacks

Pingbacks sind deaktiviert.

Trackbacks