Unbeständiger April

Letzte Aktualisierung am 12. August 2014.

18. April 2012

Heute war ein ziemlich aufregender Abend. Der Bienensachverständige war mit mir bei den Völkern A und B, um sie auf die Krankheit Faulbrut zu untersuchen.
Die gute Nachricht: Die Völker sind gesund.
Die schlechten Nachrichten: Die A-Königin legt keine Eier mehr. Das B-Volk ist hochgradig in Schwarmstimmung.

Daher waren einige Eingriffe vonnöten.

Volk A

Es war keinerlei offene Brut, nur noch vereinzelte verdeckelte Brut vorhanden. Die Königin lief aber quicklebendig über die Wabe. Die Diagnose hier lautet: die Königin ist zu alt/schwach/krank. Wenn man das Volk jetzt sich selbst überließe, würde es eingehen. Interessant war, wie unruhig das Volk selbst war. Der Bienensachverständige meinte, das hinge mit der Brutlosigkeit zusammen.

Es blieb nichts anderes übrig, als die Königin zu töten. Damit das Volk sich eine neue Königin nachziehen kann, habe ich ihm eine Brutwabe aus Volk B mit Eiern zugehängt (ohne Bienen). Jetzt heißt es warten. Die Königin hat eine Entwicklungszeit von 16 Tagen. Wenn ich in ein paar Tagen nachschaue, müssten die Bienen einige Larvenwaben zu Königinnenzellen ausgezogen (= vergrößert) haben.

Volk B und B2

Bei der Durchsicht von Volk B auf Faulbrut war mit dem Ziehen der ersten Brutwabe klar, dass das Volk schwärmen will: An der Rähmchenunterseite befanden sich mehrere bestiftete Weiselzellen. Da ich das Risiko nicht eingehen will, dass das Volk schwärmt, habe ich beschlossen, einen Ableger zu machen, um die Schwarmstimmung zu dämpfen („Schröpfen“). Während ich alle Waben in den beiden Bruträumen gezogen habe, um die Weiselzellen zu entfernen, habe ich gleich fünf Waben ausgesucht, die ich in eine neue Zarge zur Bildung eines neuen Volkes (B2) gehängt habe.

  • 1 Brutwabe mit Eiern zur Königinnachschaffung
  • 1 Brutwabe mit verdeckelter Brut zur Volksverstärkung
  • 2 Pollenwaben
  • 1 Honigwabe
  • 500 ml Zuckerwasser an Stelle der Rähmchen 1+2
  • kleinste Fluglochöffnung

Die Besonderheit bei diesem Brutableger ist, dass ich ihn nicht an einen anderen Standort stelle. Dadurch werden die Flugbienen ins Muttervolk zurückkehren und nur die Ammenbienen bleiben im Ableger. Das funktioniert auch (laut Buch), ist aber natürlich ungünstiger. Der Grund, warum ich den Ableger nicht aus dem Flugkreis schaffe, ist, dass die Bildung des Ablegers so überraschend kam, dass ich keine Zeit hatte, einen Standort für ihn zu organisieren.

Ich bin sehr gespannt, ob und wie gut das funktioniert. Wenn ich am Freitag nach dem Ableger schaue, wird sich auch beim ihm zeigen, ob er Königinnenzellen gezogen hat oder nicht.

Bei B wird es jetzt richtig stressig: Im Abstand von 7-10 Tagen muss jetzt kontrolliert werden, ob wieder Weiselzellen angelegt wurden. Das kann bis in den Juni dauern. Wenn das Volk weiterhin so stark ist und die Schwarmstimmung nicht abebbt, werde ich weitere verdeckelte Brutwaben zu B2 hängen – das dämpft die Schwarmstimmung bei B und hilft B2 in der Entwicklung.

Aufmerksame Leser oder Leser mit Erfahrung werden sich jetzt wundern, warum ich nicht eine Wabe mit Weiselzelle in den Ableger gehängt habe. Die Antwort ist: Dummheit des Imkers. Als mir das einfiel, war es schon zu spät, da hatte ich alle Weiselzellen schon beseitigt.
Es ist ein bisschen wie bei Computern: da sitzt das Problem meistens vorm Monitor. Beim Imkern steht das Problem meistens hinter der Beute ;)

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