Kontrollen und Wanderung

Letzte Aktualisierung am 17. September 2014.

1. Mai 2012

So, nachdem ich jetzt fast zehn Tage nicht da war, standen natürlich die spannenden Kontrollen an:

  • Haben die Völker A und B2 Königinzellen angelegt, d.h. „nachgeschafft“?
  • Will Volk B immer noch schwärmen oder hat das Schröpfen durch Ablegerbildung ausgereicht?

Des Weiteren habe ich vor, zum ersten Mal ein paar Kilometer zu wandern. Der Grund: Hier im Ort wird dieses Jahr fast kein Raps angebaut, im Gegensatz zum letzten Jahr. Ein Landwirt hat mir angeboten, meine Völker an seine Felder im Nachbarort zu stellen. Luftlinie sind das rund 6 km. Das bedeutet, die Völker sind außerhalb ihres jetzigen Flugkreises und somit sollte keine Probleme entstehen.

Volk A

Zunächst die einfache Aufgabe: Volk A geöffnet, einige Brutwaben gezogen und erfreut festgestellt, dass sich unter den verdeckelten Zellen auch mindestens zwei Weiselzellen befinden.

Fazit: sehr gut. Ich hoffe, dass Volk A vielleicht trotzdem noch stark genug für die Rapstracht ist, oder zumindest noch die Lindentracht voll ausschöpfen kann. Das Dumme beim Verlust einer Königin in der Saison ist immer, dass für ca. vier Wochen Brut ausfällt. Das hängt damit zusammen, dass keiner Eier legt, solange die Königin noch selbst in der Weiselzelle steckt. Wenn sie dann geschlüpft ist, vergehen noch ein paar Tage, bis das richtige Wetter für den Hochzeitsflug herrscht, und erst danach beginnt die neue Königin mit der Eiablage.

Volk B

Hier habe ich leider viele neue Weiselzellen gefunden, d.h. weitere Maßnahmen sind nötig. Ich habe daher beschlossen, noch zwei Brutwaben mit verdeckelter Brut an den Ableger abzugeben, damit die B-Königin Platz zum Eierlegen erhält.

  • leider viele neue Weiselzellen gefunden, zwei davon verdeckelt
  • alle Weiselzellen gebrochen (2. + 1. Zarge)
  • Honigraum noch leicht
  • zwei verdeckelte Brutwaben (jeweils eine aus der ersten und zweiten Zarge) in Ableger B2 umgehängt und durch Leerwaben ersetzt
  • Baurahmen ist ausgebaut aber noch nicht verdeckelt

Volk B2 - der neue Ableger

Der neue Ableger entwickelt sich gut.

  • mindestens zwei Weiselzellen angelegt
  • Zuckerwasser aufgebraucht
  • zwei verdeckelte Brutwaben (ohne Bienen) aus Volk B eingehängt (siehe oben)
  • Leerzarge aufgesetzt
  • 1/4 Liter Honig aus Sonnenwachsschmelzer gegeben¹
  • Volk einen Meter nach links auf die Waage versetzt (siehe unten)

¹ Seit kurzem habe ich einen Sonnenwachsschmelzer. Beim Schmelzen der alten Waben aus Volk A und sonstigen fällt auch immer mal Honig an. Diesen habe ich in ein Gefäß laufen lassen und verwende ihn zur Ablegerfütterung.

Update 17.9.2014: Das war ein Fehler. Honig aus dem Sonnenwachsschmelzer sollte man unter keinen Umständen seinen Bienen geben. Er ist hoch erhitzt worden und hat damit einen zu hohen (giftigen) HMF-Wert für Bienen. HMF ist ein Abbauprodukt von Zucker.

Wanderung

Ich werde die Wirtschaftsvölker B und A zu den Rapsfeldern im Nachbarort versetzen. Leider leider kann ich die Bienenwaage dorthin nicht mitnehmen, da dort natürlich kein Funkempfänger in der Nähe ist. Deshalb verschieben sich die Daten jetzt ungemein, da anstelle von Volk B nun B2 auf die Waage kommt. Bei der Verrückung um einen Meter nach links sollten die B2-Bienen aber in der Lage sein, ihre Heimstatt wiederzufinden.

Die Verlagerung von Volk B in den Nachbarort war nicht ganz einfach, weil ich in meinem Auto nur maximal zwei Zargen übereinander unterbringe. Das bedeutet, dass der Honigraum zuviel ist. Daher musste ich das Volk aufteilen, um es transportieren zu können. Der ganze Umzug lief folgendermaßen ab:

  1. Gewartet bis es dunkel ist, damit alle Flugbienen zu Hause sind.
  2. Honigraum abgenommen und mit einsitzenden Bienen (ich wollte sie nicht abkehren) auf einen Extra-Boden gestellt und einen Deckel aufgesetzt. Dann Flugloch mit Schaumstoff verschlossen und das Volk mit Wandergurt verschnürt.
  3. Die erste und zweite Zarge zusammen gelassen, Flugloch mit Schaumstoff verschlossen und alles verschnürt.
  4. Beide Volksteile ins Auto geladen, inkl. Europalette.
  5. Am Zielort Europalette kippelsicher aufgestellt und die unteren beiden Zargen auf eine Seite der Palette gestellt. Die andere Seite bleibt frei für Volk A.
  6. Schleier aufgesetzt. Bienen können nach einem Transport ganz schön sauer sein und einen direkt angreifen. Haben meine aber zum Glück nicht gemacht.
  7. Deckel abgenommen und Absperrgitter aufgelegt.
  8. Honigraumzarge von ihrem Boden abgehoben und auf die anderen beiden Zargen gestellt.
  9. Deckel vom Honigraum abgenommen und die Bienen, die sich im Transportboden aufhielten, in das Volk abgestoßen.
  10. Abdeckfolie, Deckel und Metallhaube aufgesetzt und mit mitgebrachtem Stein beschwert.
  11. Flugloch geöffnet.
  12. Transportboden und -deckel wieder mitgenommen.

Hier sieht man sehr schön, dass man immer eine Garnitur an Komplettzargen mehr haben sollte, als man Völker hat.

Die ganze Aktion hat rund drei Stunden gedauert – entsprechend geschlaucht war ich hinterher, obwohl ich Hilfe hatte. Völker umsiedeln ist eine elende Schlepperei. Der Raps sieht aber aus, als würde er noch eine Weile blühen, also hoffe ich einfach, dass es sich gelohnt hat.

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