Wie Rapshonig entsteht

Letzte Aktualisierung am 18. September 2014.

11. Juni 2012

Heute konnte ich meinen ersten cremigen Rapshonig abfüllen. Zwar waren es bei Schleuderung nur 16 kg, das machte aber immerhin 66 Gläser aus :)

Anlässlich dieses schönen Ereignisses möchte ich gerne erklären, wie ich zu einem wunderbaren Ergebnis gekommen bin.

Rühren und Abschäumen

Die Honigernte an sich erkläre ich jetzt nicht, das macht man am besten einmal zusammen mit einem erfahrenen Imker.

Nachdem die 16 kg im Eimer waren (bei mir ein 25-kg-Abfüllbehälter aus Edelstahl), ließ ich ihn erst einmal bei Zimmertemperatur stehen und rührte ihn sechs Tage lang jeden Tag, damit Wachsreste und andere optische Störelemente nach oben kamen. Vor dem täglichen Rühren konnte ich den Honig dann schön abschäumen. Dafür verwende ich einen Teigschaber, wie man ihn auch für das Auskratzen von Kuchenteig verwendet.

Dann kam erstmal der Urlaub dazwischen. Vor dem Urlaub verfrachtete ich den schon gut abgeschäumten Honig in den Keller, wo ca. 18 °C herrschen. 15 °C wären optimal, aber ich kann mir meinen Keller ja nicht aussuchen.

Kristallisierung

Nach dem einwöchigen Urlaub war mir bange, ob der Honig schon zu stark auskristallisiert sein könnte. Als ich in den Keller kam, zeigte sich aber, dass er noch klar war. Ich schäumte ihn ein letztes Mal ab. Beim Rühren merkte ich schon, dass sich unten im Honig bereits einige Kristalle gebildet hatten und so rührte ich ihn von unten herauf gut durch, bis die weißen Schlieren gleichmäßig im Honig verteilt waren. Dabei habe ich darauf geachtet, so wenig Luft wie möglich in den Honig zu rühren.

Am nächsten Abend war der Honig schon etwas trüber, ich rührte ihn wieder gründlich durch, aber nicht zu lange (max. 40 Umdrehungen pro Rührvorgang heißt es im Honigkurs). Das gleiche am Tag danach.

Am dritten Abend traf mich fast der Schlag: der Honig war quasi über Nacht fest und nahezu unrührbar geworden. Gut, dass ich die Gläser schon gespült hatte. Den Abend habe ich damit verbracht, diesen perfekt feincremigen Honig abzufüllen, weil ich befürchtete, dass er bereits am nächsten Tag zu fest gewesen wäre.

Am Morgen darauf strahlte mich eine Gläserwand mit fast weißem Inhalt an – perfekt!

Vorgeschichte

Das hört sich jetzt alles einfach an, aber zwischendurch plagen einen schon arge Zweifel. Zum Beispiel was den Wassergehalt angeht. Honig sollte bei Abfüllung nicht mehr als 18 % Wasseranteil haben. Ich verwende kein Refraktometer, sondern mache lediglich eine Spritzprobe.

Wenn man dann wie ich beim Abfüllen sieht, dass der Honig fast wie Wasser aus der Schleuder läuft und nur minimal mäandert, obwohl er richtig schön mäandern sollte, dann macht man sich so seine Gedanken.

Honig mit einem zu hohen Wassergehalt gärt früher oder später. Ich kann eigentlich darauf verzichten, von einem Kunden gesagt zu bekommen, dass der Honig gegärt hätte. Daher war ich kurz geneigt, den Honig komplett noch mal an die Bienen zu verfüttern, damit er noch ein bisschen reifen kann.

Ich habe mich aber dagegen entschieden, weil ich doch irgendwie der Spritzprobe vertraut habe – und ich hatte Glück.

Schon in den ersten Tagen des Rührens hatte ich den Eindruck, dass der Honig von seinem total flüssigen Zustand in einen zäheren Zustand übergeht. Es heißt, Honig mit zuviel Wasser kristallisiert nicht. So schnell, wie mein Honig dann doch kristallisierte, scheint der Wassergehalt doch in Ordnung gewesen zu sein.

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