Schwarmfang – so nicht!

Letzte Aktualisierung am 19. September 2014.

Sa, 11. Mai 2013

Gestern, am Freitag, ist von B1 unbemerkt ein Schwarm abgegangen (das Volk steht auf keiner Waage). Heute Morgen haben uns die Nachbarn informiert, was gestern wohl im Garten los war. Daraufhin sind wir sofort in den Garten gestürmt und tatsächlich hing der Schwarm noch im Baum. Allerdings auf einer undankbaren Höhe von ca. 7 Metern und auch noch in einer Fichte!

Wir stellten eine Obstbaumleiter an (an das Geäst, weil das Geäst undurchdringlich für die Leiter war, um den Stamm zu erreichen) und holten Eimer, Wassersprüher, Handschuhe, Schleier und einen Stiel zum Schlagen. So hatte ich es gelesen. Beim Aufstieg auf den Baum (ein freundlicher Nachbar hielt zusätzlich noch die Leiter mit fest) stellte sich dann schnell heraus, dass ich mit aufgesetztem Schleier nicht durch das Geäst nach oben kam.

Ich hatte ja überall gelesen, dass Schwärme sehr friedfertig seien, deshalb zog ich den Schleier bedenkenlos aus. Oben angekommen, auf Augenhöhe mit der Unterkante der Bienentraube, die allerdings noch ca. 1 m von mir entfernt war, lies ich mir mit dem Teleskopstiel Eimer und Sprühflasche nach oben reichen. Sehr praktisch. Die Bienen kümmerten sich zu diesem Zeitpunkt gar nicht um mich. Die Traube saß still bis auf ein paar an- und abfliegende Bienen, vermutlich Sucherinnen.

Jetzt kam der akrobatische Teil: Zunächst sprühte ich die Traube, soweit ich heranreichte, mit Wasser ein. Dann, rückwärts an der Leiter lehnend, mit der linken Hand den Eimer unter die Traube haltend, so gut es ging, in der rechten Hand den Stiel zum Schlagen, setzte ich zum ersten Schlag an. Leider war der Abstand zwischen den Ästen kaum einen halben Meter, so gab es fast keinen Platz zum Schwungholen. Als der erste Schlag den Bienenast traf, fielen mikrige, vielleicht 10-20 Bienen in den Eimer. Einige wenige flogen auf. Also noch einmal ausgeholt ... Das ging in diesen Schritten weiter, bis zum fünften Schlag: da auf einmal landeten mehrere Bienen auf meinem Kopf, den Armen und vor allem, zielgenau, in meinem Gesicht. Innerhalb weniger Sekunden erhielt ich ca. sechs Stiche ins Kinn, zwei in den Kopf und noch einen in den Oberschenkel.

Das machte mir sehr deutlich, dass es so nicht ging. Deshalb trat ich erst einmal den Rückzug an, um die Stiche zu versorgen und meine Methode zu überdenken. Doch zu einer Änderung der Methode kam es nicht mehr. Während ich die Stiche mit Zwiebelsaft versorgte, merkte ich, wie meine Hände und Füße erst anfingen, stark zu jucken und dann taub zu werden. Parallel dazu schwollen mein Kinn und meine Lippen an, kurz darauf die Zunge, so dass ich kaum noch sprechen konnte. Da wir nicht wussten, wie weit die Auswirkungen noch gehen würden, fuhren wir kurzerhand in die Notaufnahme der nahe gelegenen Klinik. Auf dem Weg dorthin wurde mein Zustand noch schlechter: ich bekam Schmerzen überall im Brustkorb, außerdem musste ich mich übergeben. Es war überdeutlich, wie stark der Kreislauf belastet war.

In der Klinik musste ich eine Weile warten, wobei sich der Zustand nicht weiter verschlechterte. Dann erhielt ich eine Infusion aus Kortison und Fenistil, welche ca. eine Stunde dauerte, während der ich, schon allein aufgrund des angeschlagenen Kreislaufs, vor mich hin döste. Danach ging es mir bereits deutlich besser, die Schwellungen waren schon ein Stück zurück gegangen. Bereits am Nachmittag hatte ich quasi keine Beschwerden mehr.

Allerdings war auch keine Zeit mehr geblieben, um einen weiteren Schwarmfangversuch zu starten. Am nächsten Tag und dem Tag darauf regnete es durchgehend und als ich am Dienstag von der Arbeit kam, war der Schwarm weiter gezogen.

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